Die Waage lügt: Mach Schluss mit dem Märchen

Die Waage lügt! Stimmt das? Was dir deine Waage wirklich verrät und was du zusätzlichen machen solltest, um deinen Trainingserfolg festzustellen…

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Waage lügt – Was die Waage dir wirklich verrät
  2. Die Waage und deine Psyche – Falsche Annahmen
  3. Lass dich nicht anlügen – Die richtige Routine beim Wiegen
  4. Der Königsweg um deine Erfolge zu messen
  5. Fazit

1. Die Waage lügt – Was die Waage dir wirklich verrät

Jeder der sich zum Ziel gemacht hat abzuspecken, wird sich früher oder später auch einmal auf die Waage stellen. Und ich bin der Meinung, dass das auch ein guter Anfang ist. Denn die Waage macht genau das, wofür sie erfunden wurde. Sie misst ein Gewicht.

Doch deiner Waage ist es ganz egal ob ein Sack Kartoffeln auf ihr liegt, der zu 99% aus Kartoffeln und zu 1% Sack besteht. Oder ob ein Mensch auf ihr steht, der aus Knochen, Muskeln, Fett und Wasser besteht.

2. Die Waage und deine Psyche – Falsche Annahmen

Stell dir folgendes Szenario vor: Du trainierst schon ein paar Tage, hast deine Ernährung umgestellt und der Blick in den Spiegel fühlt sich auch gut an. Um auf Nummer sicher zu gehen soll die Waage herhalten. Jetzt stellst du dich voller Vorfreude auf deine Waage und bekommst den Schock deines Leben!. Du hast keinen Gramm abgenommen. Schlimmer noch, du wiegst sogar mehr, als vorher.

Wie kann das sein!?

Du gehst zurück zu deinem Spiegel und fragst dich ob du dir das alles nur eingebildet hast. Wie kann das sein!? Eigentlich bist du dir sicher gewesen, dass sich dein Körper straffer anfühlt und auch deine Kleidung besser sitzt. Jetzt bist du verunsichert und vor allem FRUSTRIERT und demotiviert.

Dieses kleine Szenario dürften viele von zuhause kennen und es kann für die Psyche wirklich ein Horror sein. Das Problem dabei ist aber nicht die Waage, denn die tut immer noch nur das wofür sie gemacht wurde. Der Grund für den Frust liegt in den folgenden 3 falschen Annahmen. Und gleich erfährst du auch, wie du dieses Problem lösen kannst.

1. Mehr Gewicht = Dicker

Die erste falsche Annahme ist davon auszugehen, dass dein Gewicht ausschlaggebend dafür ist ob du dick oder dünn bist. Wenn du angefangen hast zu trainieren, werden deine Muskeln wachsen, selbst wenn du auf deine Ernährung achtest und vielleicht weniger isst, als vorher.

Diese neue Muskelmasse macht sich bereits im Spiegel bemerkbar. Deine Haut ist straffer. Du stehst aufrechter und fühlst dich besser. Aber auch auf der Waage macht sich die neue Muskelmasse bemerkbar. Muskeln haben eine höhere Dichte als Fett.

Das sorgt dafür, dass dein Gewicht das gleiche bleibt, obwohl du bereits Fett abgebaut hast. Und das ist auch gut so. Denn mehr Muskelmasse sorgt für einen erhöhten Stoffwechsel und das führt dazu, dass du langfristig noch mehr Fett verbrennst.

©alan KO

2. Abends bist du dicker als morgens

Wenn du dich zu verschiedenen Tageszeiten auf die Waage stellst, wirst du feststellen, dass du immer wieder unterschiedlich viel wiegst. Bist du deswegen z.B. am Abend dicker als morgens?

Nein. Aber Abends wiegst meistens mehr, weil du über den Tag hinweg etwas gegessen und getrunken hast und deswegen sowohl Magen, Darm als auch Blase gefüllter sind, als morgens nach dem ersten Gang auf die Toilette.

3. Du hast 4 Kilo in 2 Tagen mit einer Diät abgenommen

Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber wirklich abgenommen hast du nicht. Ja auf der Waage steht jetzt eine kleinere Zahl. Aber dein Ziel einen strafferen Body zu bekommen, kommst du damit langfristig nicht näher.

Was du in den ersten paar Tagen einer Diät verlierst ist zu einem großen Teil Wasser. Dann leeren sich noch die Energiespeicher deiner Muskeln und im schlimmsten Fall wird sogar noch Muskelmasse abgebaut. Nur zu einem minimalen Anteil, baut dein Körper in so kurzer Zeit Fettdepots ab.

Die kleinere Zahl auf der Waage macht dich nur kurzfristig glücklich, denn sobald du wieder anfängst in deine alten Essgewohnheiten zu verfallen, wird dein Körper das verlorene Wasser wieder einlagern. Abgebaute Muskeln werden allerdings nicht wieder automatisch aufgebaut.

Wenn du also Muskelmasse verloren hast und anschließend wieder isst wie gewohnt, nimmst du sogar noch schneller zu als vorher, weil die geringere Muskelmasse auch einen niedrigeren Kalorienverbrauch mit sich bringt.

3. Lass dich nicht anlügen – Die richtige Routine beim Wiegen

Du weißt jetzt, dass die Waage dich nicht wirklich anlügt. Und du weißt, dass falsche Annahmen dazu führen, dass du hinterher frustriert und demotiviert bist. Trotzdem ist wiegen weiterhin eine schnelle und unkomplizierte Messmethode, wenn du es richtig machst.

Dafür ist aber eine gewisse Routine wichtig:

  • Wiege dich morgens direkt nach dem du auf der Toilette warst.
  • Wiege dich möglichst nur ohne Kleidung.
  • Wiege dich immer auf dem gleichen Untergrund.
  • Wiege dich immer mit der selben Waage.

Wenn du auf diese 4 Punkte achtest machst du beim Wiegen nichts mehr falsch. Wie du schon gemerkt hast, solltest du deinen Erfolg aber nicht nur an deinem Gewicht festmachen.  Deine körperlichen Veränderungen stellst du besser mit einer Kombination verschiedener Messmethoden fest. Den Königsweg dazu erfährst du jetzt.

©Jennifer Burk

4. Der Königsweg um deine Erfolge zu messen

Methoden um deinen Trainingserfolg festzustellen, gibt es viele. Um einen aussagekräftigen Wert zu bekommen reicht ein Wert alleine aber meistens nicht aus. Ich empfehle dir Mindestens 2 einfache und fast kostenlose Methoden zu nutzen, um deinen Trainingserfolg wirklich festzustellen.

1. Wiege dich trotzdem

Ja ich weiß du hast gelernt, dass dieser Wert nicht wirklich Aussagekräftig ist. Trotzdem hast du hier einen einfach nachvollziehbaren Wert, der dir Orientierung gibt.

2. Miss deine Körperumfänge

Dafür nimmst du am einfachsten ein ganz normales Maßband. Jetzt misst du:

  • Beide Oberarme
  • Brust
  • Bauchnabel
  • Gesäß
  • Beide Oberschenkel

Und schreibst dir diese Werte gut auf. In 2 Wochen machst du das gleiche nochmal. Jetzt weißt du wirklich ob dein Training und deine Ernährung etwas bewirkt haben.

Wenn du jetzt genauso viel wiegst wie vorher und deine Körperumfänge geschrumpft sind, hast du allen Grund dich zu freuen, denn dein Training zeigt nun echte Erfolge.

Natürlich kannst du auch noch weitere Messmethoden ausprobieren. Hautfaltenmessung mit dem Kaliper oder elektronische Körperfettanteilmessungen bieten hier die besten Alternativen.

Übrigens: Auch der BMI, der als Teil seiner Formel mit dem Gewicht rechnet, ist nur bedingt aussagekräftig. Jeder Profibodybuilder, wäre demnach übergewichtig. Ich glaube wir sind uns beide einig, dass Übergewicht anders aussieht.

5. Fazit

  • Die Waage macht das wofür sie erfunden wurde.
  • Falsche Erwartungen führen zu Frust und Demotivation.
  • Wiegen sollte nur eine von mindestens 2 Methoden zur Feststellung deines Trainingserfolges sein.
  • Körperumfänge messen in Kombination ist aussagekräftiger.
  • Wenn dein Gewicht stagniert, obwohl deine Körperumfänge kleiner werden, bist du auf dem richtigen Weg.

2 Comments

  1. […] Beitrag Die Waage lügt: Mach Schluss mit dem Märchen erschien zuerst auf Fitness Agony by Zimo […]

  2. […] Du auf Love to be fit eine Anleitung, um Deinen Makronährstoffbedarf richtig zu berechnen. Auf Fitness Agony erfährst Du zudem, warum Du dabei nicht allzu sehr auf Deine Waage achten […]

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